Schuldenfreie Stadt Bergheim?

Kämmerer der Stadt Langenfeld zu Gast bei der KPV

Trendwende auch in Bergheim dringend notwendig

Auf Einladung der Kommunalpolitischen Vereinigung Rhein-Erft (KPV) referierte der Kämmerer der schuldenfreien Stadt Langenfeld, Detlev Müller, in Bergheim über Chancen und Notwendigkeiten einer zukunftsorientierten und effizient wirtschaftenden Kommune.

Er verdeutlichte, dass Verwaltung, Politik und Bürgerschaft an dem über 20 Jahre laufenden Prozess des Schuldenabbaus gleichermaßen mitwirkten.Auch wenn heute die Gewerbesteuereinnahmen in Langenfeld über 50 Mio. € pro Jahr betragen und Gewerbebetriebe nun „Schlange stehen“, denkt man mit Grauen an das Jahr 1986 zurück: Langenfeld hatte (umgerechnet) 38 Mio. € Schulden, große Industriebetriebe starben, die Bürgerschaft verharrte im Anspruchsdenken.

In dieser bedrohlichen Lage beschloss der Rat, die Neuverschuldung konsequent auf Null zu senken, Altschulden abzubauen, die Bürgerschaft von der „ortsnahen Rundumversorgung“ herunterzubringen und die Verwaltung zu entschlacken. „Bürger und Vereine wurden veranlasst, für ihr Gemeinwesen mit anzupacken, Vereine übernahmen Verantwortung, Einrichtungen wurden geschlossen bzw. zusammengelegt, aber auch Zukunftsinvestitionen wie der Kauf einer riesigen Industrie-brache getätigt“ so Kämmerer Müller rückblickend. Auch Pfründe wurden beseitigt: Hausmeisterstellen wurden vereint zu einem Hausmeisterpool, Architektenleistungen konsequent selbst erbracht, Verwaltungsstellen und Hierarchieebenen abgebaut.

Heute stehe Langenfeld mit Rücklagen von über 40 Mio. €, mit einer hoch motivierten weil leistungsorientiert bezahlten Mitarbeiterschaft und mit Bürgern, die stolz auf „ihre“ schuldenfreie Stadt sind, einzigartig gut da. Da könnten Grund- und Gewerbesteuer gesenkt werden, die Elternbeiträge für Kindertagesstätten äußerst niedrig bleiben, die Schaffung eines Einkaufszentrums im Stadtkern gefördert und andere Investitionen getätigt werden. „Ohne Schulden ist manches möglich!“

Kämmerer Müller ermunterte insbesondere auch den Bergheimer CDU-Stadtverbands-vorsitzenden Helmut Paul: „Trennen Sie sich endlich von den Erblasten der Vergangenheit. Drei Frei- und drei Hallenbäder bei ca. 60.000 Einwohnern – unmöglich – Langenfeld hat ein Frei- und ein Hallenbad. Vier große Veranstaltungshäuser – unverantwortlich. Lassen Sie sich nicht von Protesten blenden – wo sind denn die Unterschriftenlisten derjenigen, die das bezahlen müssen? – Wo sind die Unterschriftenlisten der kommenden Generationen, die künftig die Lasten zu tragen haben?“

 

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